Gestalten und erhalten

Öffentlicher Verkehr

Wer steigt heute in den Bus 735?

Primär Bahnreisende, die in Wil oder Eschlikon das Verkehrsmittel wechseln. Morgens und abends, wenn sich die Pendlerströme durchs Land ergiessen, füllt diese Anspruchsgruppe die Busse bis auf den letzten Sitzplatz. Das Konzept funktioniert, die wenigen planerischen Mängel können im Einzelfall verbessert werden.

Zwischen den Höchstverkehrszeiten gönnt sich der öffentliche Verkehr dann aber eine Pause. Im gemütlichen Stundentakt verkehren die Busse nach Wil. Damit sich die Auslastung in dieser Phase verbessert, müsste sich der Focus verschieben. Was, wenn statt Bahnhöfe die wichtigsten Zentren des öffentlichen Interesses (Einkaufszentren, Schulen, Spitäler, Altersheime, Zoos, Sportstätten usw.) in hoher Frequenz angefahren werden? Der Nutzen des öffentlichen Verkehrs für die „Daheim-gebliebenen“ muss sich erheblich steigern. Dies kann Eschlikon nicht allein bewirken. Vielleicht lassen sich ja Sirnach, Münchwilen, Dussnang und/oder Fischingen ebenfalls für dieses Projekt begeistern?

Strasse

 

„Alles fliesst“ sagte einst der Grieche Heraklit. Doch der machte sich noch keine Vorstellung von der heutigen Verkehrssituation. Die Belastung steigt und steigt, ein Ende ist nicht abzusehen. Die bestehende Infrastruktur muss entlastet werden. Neue Strassen allein lösen das Problem aber nicht. Intelligente Lösungen auf den bestehenden Verkehrswegen – allenfalls ergänzt durch wenige Neubaustrecken – müssen gefunden werden. Vorausschauende Planung ist ebenso wichtig wie regionale Zusammenarbeit. Zwingend ist die Zusammenarbeit mit Blick auf den Autobahn-anschluss Wil-West. Sonst droht ein „wilder“ Westen.

Verwaltung und Politik

 

Politik, insbesondere Lokalpolitik, ist Dienst an den Einwohnerinnen und Einwohnern einer Gemeinde. Die öffentliche Verwaltung ist kein Selbstzweck sondern erbringt eine Dienst-leistung. Diese Dienstleistung orientiert sich an den Bedürfnissen der Mitglieder einer Körper-schaft. Dies verstehe ich unter „wirkungs-orientierter“ Verwaltung.

Die Dörfer Eschlikon, Wallenwil und Hurnen sind ein liebenswerter Wohn- und Arbeitsort. Massvolles Wachstum in allen Bereichen hilft ihnen, die hohe Lebensqualität zu erhalten und auszubauen. Familien fühlen sich in Eschlikon ebenso willkommen wie Landwirtschaft, Gewerbe, Dienstleistung und Industrie.

Engagierte Vereine bilden den Nährboden einer funktionierenden Gesellschaft. Sie zu fördern ist die günstigste Form der Prävention.

Bildung

 

Bildung ist das wertvollste Schweizer Gut. In der Volksschule erwerben sich unsere Kinder das notwendige Rüstzeug für ein selbstbestimmtes Leben. Die Schulen in Eschlikon haben sich einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Dies ist das Verdienst aller Beteiligten: Hinter jedem Erfolg stehen Menschen.

Um diesen Erfolg zu stärken, ist die Zusammenarbeit zwischen Volksschulgemeinde und Politischer Gemeinde auszubauen. So kann die  Entwicklung gemeinsam gestaltet und die Qualität weiter verbessert werden. Qualität ist das oberste Ziel der Volksschule.

Qualität misst sich am Bedürfnis des Kindes. Bedürfnisse sind individuell. Schule und Lehrer/-innen müssen mit den notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen ausgestattet werden, dieser Individualität ausreichend Rechnung zu tragen. Dann können sie ihrer Aufgabe gerecht werden.

Wirtschaft

 

Eine gesunde Wirtschaft schafft Arbeitsplätze. Arbeitsplätze im Dorf sind wichtig, weil sie Mobilität vermeiden. Am Wohnort arbeiten ist effizient, menschenfreundlich und umweltschonend. Deshalb ist die Infrastruktur der Gemeinde weiter zu verbessern. Im Zeitalter des Internet zählt dazu insbesondere der weitere Ausbau der Glasfaserverkabelung. Ebenso wichtig ist der effiziente Betrieb dieser Infrastruktur - allenfalls in der Verantwortung eines privaten Unternehmens?

Politik und öffentliche Verwaltung schaffen ein innovationsfreundliches Klima. Im Gegenzug vermeidet die Wirtschaft Emissionen und gesundheitsgefährdende Arbeitsplätze.

Finanzen

 

Intakte Finanzen erhöhen den Freiheitsgrad der Entscheidungen. Die Politische Gemeinde läuft Gefahr, sich dieser Freiheiten zu berauben: Mit einem Selbstfinanzierungsgrad von lediglich 40 Prozent sind wir derzeit nicht in der Lage, die Investitionen aus selbst erwirtschafteten Mitteln zu bezahlen. Und die Nettoschuld pro Einwohner beträgt fast 1700 Franken.

Wachsamkeit ist in dieser Situation wichtig, damit sich die Finanzlage nicht weiter anspannt. Innovative Lösungsansätze in der Sache sind gefragt, nicht Flexibilität in der Buchhaltung. Hier sind Konstanz und Transparenz Tugenden: ein transparenter Ausweis des Eigenkapitals, eine konstante Abschreibungspolitik und keine Vorfinanzierungen oder Fonds zur Verschleierung der Finanzlage.

In schwierigen Zeiten lohnt sich eine gute und umfassende Finanzplanung doppelt. Sie zeigt nicht nur Finanzierungsengpässe bei den Investitionen, sondern rechnet auch die Folgekosten (Zinsen, Abschreibungen und Unterhaltskosten) dieser Investitionen für den künftigen Haushalt auf. Damit wir uns nicht ein X für ein U vormachen.

Region

 

Eschlikon liegt im Schnittpunkt der Planungsregionen: im Osten Wil, im Norden Frauenfeld und im Westen Winterthur. Die nahe Kantonsgrenze schafft zusätzliche Herausforderungen. So sind wir immer randständig und müssen uns nach allen Seiten hörbar einbringen. Einbringen heisst: Bedürfnisse anmelden und die eigenen Vorteile selbstbewusst in die Waagschale werfen. Insbesondere im Bereich der planerischen Gestaltung erweist sich die regionale Zusammenarbeit als notwenige Voraussetzung zweckhafter Entscheidungen.

Die Region ist zudem hörbarer, als jede einzelne Gemeinde für sich. Sei es bei der optimalen Verteilung des Fluglärms, der Zuweisung von Subventionen oder der Zuteilung von kantonalen Stützpunkten. Die Gewichtung des Spitals Wil ist nur aus Sicht der ganzen Regio Wil angemessen zu beurteilen. Ohne Hinterthurgau gäbe es keine Kantonsschule Wil.

Auch die punktuelle Zusammenarbeit zwischen den umliegenden Gemeinden ist wichtig. Strassen, Buslinien und Fahrradwege enden nicht an Gemeindegrenzen.

Hans Mäder

in Stichworten

Pressefotos von

Hans Mäder

Impressum

Hans Mäder ist der neue Gemeindepräsident von Eschlikon